Nostalgie > 50 Jahre Nordischer Skisport

Domäne des WSV Zellerreit

Von Anfang an stand der Nordische Skisport im Vordergrund des Vereinslebens. Für einen Flachlandverein, wenn überhaupt, bieten sich nur Langlauf und Skisprung an. Eine Sprungschanze war auch vorhanden, die 1946 Mitglieder des damaligen Sportverein Edling mit Unterstützung skisportbegeisterten Zellerreiter am Schlossberg bauten. Der SC Haag, der damals über keine eigene Schanze verfügte veranstaltete Anfang der 50er Jahre in Zellerreit  zweimal ein Skispringen, verbunden mit jeweils einem Langlauf. An diesen Veranstaltungen beteiligten sich erstmals Skiläufer aus Ramerberg und Umgebung, freilich vorläufig nur im Langlauf. Diese Schlossberg-Schanze war für die heimischen Buben eine große Herausforderung und Mutprobe. Einige, die auf selbstgebauten kleinen Schanzen fleißig übten, wagten sich allmählich über die „ große „ Schlossbergschanze und im Laufe der Zeit wurden sie immer besser. Durch die guten Leistungen im nordischen Skisport hat sich der WSV einen  Namen gemacht und einen Bekanntheitsgrad erreicht, der weit über die Landkreisgrenzen, ja zum Teil sogar über Bayern hinausging. Bei der Gründung waren unter den Mitgliedern acht Langläufer und zehn Skispringer, wobei vier von ihnen beide Disziplinen ausübten. Die Förderung des nordischen Skisports durch einen geordneten Übungsbetrieb, Trainingskurse und Veranstaltungen war ein großes Anliegen des Vereins. Diese Maßnahmen bewirkten eine Leistungssteigerung der jungen Sportler und außerdem einen Zuwachs in den nordischen Disziplinen. Die Besten von ihnen wurden zu Trainingslehrgängen des Skiverbands Inngau.und später auch des Bayerischen Skiverbandes, und zum Teil des Deutschen Skiverbandes eingeladen. Dies war natürlich für die jungen Nordischen eine große Motivation. Die Leistungen stiegen ständig und man beteiligte sich nicht nur an eigenen kleineren Veranstaltungen, sondern an vielen Gaumeisterschaften, Bayerischen-und  Deutsche Jugendmeisterschaften mit großem Erfolg. Im Laufe der Jahre erkämpften sich die nordischen Skisportler viele, viele Gaumeistertitel und auch von den Bayerischen Schüler – und Jugendmeisterschaften  kamen sie mit Titelgewinnen nachhause.

Schon  drei Jahre nach der Vereinsgründung befasste man sich mit dem Gedanken eine neue und größere Schanze zu bauen. Unter der vorbildlichen Leitung des damaligen 1.Vorstand Rudl Gerer der selbst ein begeisterter nordischer Skisportler war und mit tatkräftiger Mithilfe vieler Vereinsmitglieder wurde 1965 / 66 eine neue und größere Schanze gebaut. Sie wurde Zellerschanze genannt. Dies bewirkte bei unseren Skispringern einen enormen Aufschwung, denn sie konnten jetzt zuhause auf einer größeren Schanze trainieren und mussten nicht immer aufwändige Fahrten zu Gebirgsorten unternehmen. Das Ansehen des WSV in der Bevölkerung stieg enorm, denn für das kleine Zellerreit war der Bau der Zellerschanze eine kleine Sensation. Der WSV führte viele nordische Veranstaltungen durch, darunter eine beachtliche Anzahl von Gaumeisterschaften.. 1971 führte unser Verein wieder einmal das Nord. Kreis-Skisportfest mit einer Rekordbeteiligung durch. 160 Langläufer, 70 Skispringer, darunter 39 Langläufer aus unserem Verein gingen an den Start. In der Kreiswertung, mit zwei Ausnahme fielen sämtliche erste Plätze an den WSV. Mit der Durchführung der Volksskiläufe erreichte unser Verein einen hohen Bekanntheitsgrad. Wir waren einer der Ersten in ganz Bayern und der Erste im Skiverband Inngau, der sich an solche Breitensportveranstaltungen heranwagte. 1967 führte unser Verein den „1. Inngau – Volksskilauf“ durch, der leider wegen Schneemangel von Zellerreit nach Sachrang verlegt werden musste. Trotzdem konnten 200 Teilnehmer begrüßt werden. Alle weiteren Volksskiläufe wurden in Zellerreit veranstaltet, aber immer unter schwierigen Schneeverhältnissen. Trotz dieser Schneeprobleme konnte die Teilnehmerzahl von Jahr zu Jahr bis auf 500 gesteigert werden. 1971 konnte zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein Bayerischer  Meistertitel nach Zellerreit geholt werden und zwar durch Rita Köll ( heute Rita  Schaber ), die im Langlauf Bayerische Juniorenmeisterin wurde. Auch im Freizeitbereich tut sich in der Sparte Langlauf vieles. Wir führen seit 1975 alle Winter Langlaufkurse und Langlaufwanderungen durch. Den Vereinskindern stellen wir eine Langlaufausrüstung zur Verfügung und bieten für sie Langlaufübungsstunden an. Seit 1981 besitzen wir ein Loipenspurgerät, das 2006 durch ein größeres und leistungsfähigeres ersetzt wurde und können somit einen geregelten Loipenbetrieb und schöne Wanderloipen in Zellerreit anbieten, die von der Bevölkerung auch rege genützt werden. Ende der 70er Jahre, bedingt durch schneearme Winter gab es erste Rückschläge im nordischen Bereich. So musste die 1965 mit ungeheuerem Einsatz errichtete Zellerschanze schweren Herzens wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Um so erstaunlicher war der Aufschwung mit Beginn der 80er Jahre. Es bildete sich in kürzester Zeit eine Langlauf – und Springermannschaft mit einer Leistungsstärke wie nie zu vor in der Vereinsgeschichte. So konnten sich unsere Athleten bei Bayereischen u. Deutschen Meisterschaften hervorragend in Szene setzen und so manchen Meistertitel erkämpfen. Im Skiverband Inngau zählte der WSV damals zu den stärksten nordischen Vereinen. Auch im Seniorenleistungssport sind unsere Langläufer bei vielen Langlauf – Seniorenmeisterschaften vertreten. Bei Bayerische u. Deutsche Seniorenmeisterschaften konnten sie hervorragende Ergebnisse einfahren und einige von ihnen kamen sogar zu Medaillen- und Meistertiteln. Seit vielen Jahren nehmen WSVler an Seniorenweltmeisterschaften teil, das erste Mal 1985. In den letzen Jahren waren sie sehr erfolgreich. Monika Riedl u. Franz Maier konnten sich unter anderem jeweils zwei Goldmdaillen erkämpfen. Die Winter mit unzureichender Schneelage in Zellerreit machten den Nordischen schwer zu schaffen. Die Sparte Sprunglauf musste Mitte der 90er Jahre wegen Nachwuchsmangel schweren Herzens sogar aufgegeben werden. Auch die Sparte Langlauf plagen Nachwuchssorgen. Wir werden alles daran setzen, diese Situation zu verbessern.

 

Franz Maier

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